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Prosa

S-Bahngeschichte 2 - Zivilcourage - Und es gibt sie doch!

 

Als ich neulich mit der S-Bahn zu meiner Arbeit gefahren bin, ist etwas fantastisches- nein bewundernswert mutiges, ist wohl der bessere Ausdruck passiert.

Die S-Bahn war voller Leute und so war auch unser Vierersitz – Bereich vollbesetzt. Ich fand mich in Gesellschaft zweier jüngerer Herren, die gegenüber von mir saßen und eines mittelalterlichen Mannes der neben mir Zeitung las wieder.

Als hinter uns, bzw. im Rücken von dem zeitungslesenden Herren und mir ein Streit zwischen einem Mann und einer Frau entbrannte. Mein erste Gedanke war:“ Wenn die verheiratet sind..., die haben aber nette Umgangsformen...“ Um was es in dem Streit ging war nicht so leicht heraus zu hören, da die Frau nur gebrochen Deutsch sprach und auch der Mann hatte eine leichten Akzent. Er schrie die ganze Zeit die Frau an, sie solle raus und leise sein und er will Anzeige erstatten. Wie arg der Mann die Frau bedrängt hat, weiß ich nicht, da ja alles hinter mir passierte.

Interessant war auch zu beobachten wie die einzelnen Fahrgäste auf die Auseinandersetzung reagierten, die meisten versuchtes den Streit zu ignorieren und hielten die Blicke auf ihre Zeitung oder ihr Buch gerichtet. Auch ich muss zu geben, dass ich unangenehm berührt war und dachte:“ hoffentlich hört es bald auf „ und „ vielleicht sollte/ muss jemand mal eingreifen“.

Doch dann stand einer der jungen Männer von mir gegenüber auf und der andere folgte ihm gleich und sie schlichteten gemeinsam. Es stellte sich heraus, dass es kein Ehepaar war. Die Frau hatte sich wohl an der Tasche des Mannes vergriffen, aber das ist nicht so wichtig in Anbetracht der Zivilcourage, die die beiden Männer leisteten. Ich war überrascht und beeindruckt über den Mut und das Engagement und man kann sich daran nur ein Beispiel nehmen, damit unser tägliches Miteinander friedlich und gewaltfrei abläuft.

Ich für meinen  Teil werde es zumindest versuchen.

 

9.11.08 15:03


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S-Bahngeschichte 1 - Lara und die Großen Worte

Es gibt fast nichts unterhaltsameres als eine Fahrt in der S-Bahn. Man trifft jeden Tag aufs Neue andere Menschen. Selten kommt es vor, dass man sich zweimal begegnet. Bunter zusammengemischt kann die Menschheit auf einen Schlag gar nicht sein, höchstens bei internationalen Treffen. In der S-Bahn treffen sich die unterschiedlichsten Nationalitäten, Sozialschichten, Menschen jeden Alters, Kleine und Große, Dicke und Dünne, Hässliche und Schöne, Freundliche und Unfreundliche. Und weil so viel pures Leben aufeinander prallt gibt es immer etwas zu beobachten... zu erleben.
Neulich ist mir wieder etwas Interessantes passiert. Bei einer Haltestelle steigt eine Mutter mit zwei Kindern ein, das eine offensittlich ihre eigene Tochter Johanna, das andere Mädchen ist die Freundin von Johanna, die ich Lara nenne, weil mir ihr echter Name entfallen ist. Kaum haben sie ihre Plätze eingenommen fängt Lara an zu erzählen: „Es gab doch früher eine Mauer zwischen Ost- und West-Berlin und darüber kenne ich eine Geschichte von einem Jungen, der einen Spielzeugpanzer mit in die DDR-Schule nahm... .“ Als Lara ihre Geschichte mit dem Jungen beendet hat, erzählt sie von Potsdam, das sie besucht hat. Es fallen Begriffe wie Architektensiedlung, Rhinozeros, Sebelzahntiger , Mammut und Neandertaler, denn in Potsdam gibt es sowohl eine Architektensiedlung, als auch beim Potsdamer Bahnhof  aufgestellte Plastikdinosaurier, die Johanna bestimmt gefallen hätten.
Was denkt sich wohl der stille Beobachter und Zuhörer, also ich? Nun ich fing erstmal an zu überlegen wie alt mag Lara schon sein? Ich schätze sie einmal auf sechs/sieben Jahre also erste Klasse Grundschule. – Habe ich da schon mal etwas über eine Berliner Mauer gehört? Das sind  doch erst Themen in den höheren Schule.  –
Ich denke mir Lara ist, was ihr Gehirn angeht weit entwickelt, ein hochbegabtes Kind.
Als die Bahn nun an meiner Endstation anhielt, verlasse nicht nur ich den Zug, sondern auch die Frau und die zwei Mädchen. Beim Aussteigen raunt mir die Mutter ins Ohr. „ Das war jetzt eine kleine Geschichtsstunde.“
„Das stimmt. In welcher Klasse ist sie den?“ frage ich und schaue auf Lara.
„Noch gar nicht, das ist es eben“
„Aber woher weiß sie dann die ganzen Sachen. Ich wusste von der Berliner Mauer in diesem Alter noch nichts.“
„ Ihr Vater ist ein ‚Geschichtsprof’ .“
„ Ah, nun ich habe mich schon gewundert“
 
Das ihr Vater ein Geschichtsprofessor ist erklärt so einiges, aber das erklärt nicht warum Lara all diese Großen Worte wie Mammut, Architektensiedlung, und Berlinermauer auch richtig in ihrem Kopf behält. Vielleicht ist sie doch eine begabtes Kind... .
Wieder einmal ist mir eine interessanter Mensch begegnet und wieder einmal werde ich sie nicht wieder sehen oder vielleicht doch... .
Bis auf nächstes Mal in der S-Bahn
29.8.08 13:17


Die Hecke lebt!

 

Es ist Sommer! Und das bedeutet Freibadzeit. Also war auch ich neulich im Freibad, um das Wetter und  kühle Nass zu genießen. Ich schlenderte in die hinterste Ecke des Freibades, breitete mein Handtuch aus und setzte mich darauf. Das Ende der Liegewiese wird von einer großen Hecke abgegrenzt, die in ihrem satten Grün erstrahlte.

Da lag ich nun, Nichts ahnend, dass noch etwas passieren könnte. Denn im Freibad passiert zwar allerhand, aber Nichts außergewöhnliches. Kinder tollen herum, gestresste Eltern, Jugendliche die immer in ganzen Pulken antreten, entspannte Rentner und natürlich darf die Fußballfraktion auch nicht fehlen. Und wo wird im Freibad Fußball gespielt? – Dort, wo die Besucher von den gebolzten Bällen nicht gestört werden, also in der hintersten Ecke des Bades, bei der großen Hecke. Und wer liegt da? – Genau Ich! Nach dem ich den Bällen erfolgreich aus dem Weg gehen konnte, in dem ich sie einfach ignorierte, machte ich doch einer interessante Beobachtung:

Drei Jungs spielten Fußball, dass heißt sie schossen sich den Ball gegenseitig zu. Einmal kräftig, einmal etwas sanfter. Nun einer von ihnen schoss den Ball weit und kräftig, das dieser in der Hecke (Begrenzung der Liegewiese, nur zur Erinnerung) landet. Aber das macht nichts, denn aus einer Hecke fischt man ganz leicht Bälle heraus, das müssen sich zumindest die drei Jungs gedacht haben, als sie sich mit guter Gewissheit den Ball zu finden zur Hecke begaben, doch da hatten sie die Rechnung ohne die Hecke gemacht. Nach etwa fünf Minuten war der Ball immer noch nicht aufgetaucht und man muss dazu sagen, dass es ein ganz neuer Ball war. Es hilft alles nicht jetzt mussten die Jungs „ab durch die Hecke“ und schauen was auf der anderen Seite dieser Begrenzung ist. Aus meinen Beobachtungen konnte ich schließen: „ Hier ist der Fußball auch nicht“. Dann sucht man am besten „in der Hecke drin“ und erforscht das Innenleben dieses großen grünen Ungeheuers. Die Hecke wird auf Herz und Nieren geprüft, um doch noch den Fremdkörper entfernen zu können. Nach einer zwanzigminütigen Suchaktion war das grüne Gewirr von Blättern durchleuchtet, aber der Ball nicht gefunden. Die Jungs gaben auf. Meine Theorie ist, dass die Hecke lebt und ab und zu einen Ball verschluckt. Irgendwie ist das doch verständlich. Im Sommer kommen tagtäglich fußballbegeisterte Kinder, Jugendliche und Erwachsene und spielen in der hintersten Ecke des Freibades Fußball und des Öfteren bekommt die Hecke einen harten Ball genau in ihre Magengrube geschossen. Und wer schon einmal von einem Ball getroffen wurde – ich erinnere mich schmerzhaft an einen Handball der mich mitten im Gesicht getroffen hatte und ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen sollte - , der weiß wie sich die Hecke fühlen muss. Da ist es doch nicht verwunderlich, dass sie manchmal die Bälle verschluckt, damit weniger dieser runden Geschosse auf der Welt sind.

Ich kann nur alle warnen, die im Freibad mal eine ruhige Kugel schieben wollen: Hütet euch vor den großen grünen Hecken!

3.7.08 14:53


Eigentlich hast Du Recht !

Und Du fragst mich, was ich mache?

Ich warte. Warte.

- Auf was?

Auf das Leben.

- Aber Du lebst doch schon. Jeden Tag. Jeden Tag Menschen. Jeden Tag Gefühle, wie Wut, Trauer, Freude. Jeden Tag der Wille etwas zu erreichen, zu ändern. Jeden Tag zeigt sich das Leben in seinen unterschiedlichsten Facetten. Du musst dem Leben entgegengehen und es bei der Hand fassen.

Eigentlich hast Du Recht. Ich werde Ihm entgegengehen und es bei der Hand nehmen.

15.12.07 19:44


Freund und Feind oder der Mann auf der Bank

 

Ich stehe hier auf einem öffentlichen Platz. Über den Platz laufen Leute. Manche geschäftig mit Aktentasche, andere wiederum tragen große Einkaufstüten und schlendern ganz gemächlich an mir vorbei. Einige sitzen auch auf Bänken, die verstreut auf dem Platz herumstehen und genießen die erste Frühjahrssonne, die hoch am Himmel steht und alles aus seinen dunklen Löchern hervorlockt. Zwischen dem mehr oder weniger wichtigen Geschäftigkeiten, fällt mein Blick auf eine Bank, die mitten auf dem Platz steht. Dort sitzt ein Mann, er muss etwa um die Fünfzig sein, der die Menschen, die an seiner Bank vorüber gehen ganz genau beobachtet. Bei längeren betrachten bemerke ich, dass  dieser Mann ein Buch in den Händen hält in das er sich ab und zu Notizen macht. Es scheint mir so, als würde er etwas zu seinen Beobachtungen aufschreiben. Schreibt er vielleicht auch etwas über mich auf? Nach kurzem Zögern entschließe ich mich der Sache auf den Grund zu gehen und ich laufe zur Mitte des Platzes, um mich dort neben den besagten Mann zusetzen.

Erst mal sage ich nichts, sondern schiele verstohlen zu ihm herüber und ich versuche zuerkennen, was er in sein Buch schreibt. Da ich es nicht richtig erkennen kann, beschließe ich, ihn anzusprechen. Ich spreche ihn also mit einem Entschuldigung an und frage ihn, ob er mir nicht sagen könne, was er da in sein Buch schreibe. Als hätte ich ihn aus einem Gedanken gerissen, dreht er sich zu mir um und antwortet, dass er sich überlege was die Leute gemacht haben, bevor sie hier an ihm mit ihrer individuellen Art  vorbei laufen. Diese Überlegungen sagt er, schreibe er dann in sein Buch und aus diesen Aufzeichnungen entstehen dann Kurzgeschichten über die einzelnen Personen.

Und was habe er getan, bevor er auf den Platz kam, fragte ich mit einer Neugier, die kaum zu bremsen war. Bevor er hier auf den Platz kam, sei er durch ganz Europa gereist und er habe sich auf öffentliche Plätze gestellt, Menschen beobachtet und über diese habe er sich wiederum  Geschichten ausgedacht. Er sei in Barcelona, in Paris, in Oslo und in London, aber auch in Athen gewesen, bis er letztendlich wieder in seine Heimatstadt zurückgekehrt sei. Dies alles erzählt er mir, während wir dort auf der Bank sitzen und dann zeigt er auf zwei Punker, die in ihrer auffälligen Kluft an uns vorbei schlendern und meint, dass diese zwei Punker erst vor kurzem aufgestanden sein könnten ( man bedenke es sei schon Mittag) denn, den vorherigen Tag könnten sie mit einem Drogen- oder Alkoholexzess beendet haben oder sie haben nur gemütlich ein Bierchen am Bahnhof geschlürft. So oder so ähnlich käme er auf seine Geschichten inspiriert von Leuten die ihm begegnen, mit denen er aber nicht spreche.

Aber warum müsse er dafür auf öffentliche Plätze? Könne er seine Geschichten nicht einfach von zu Hause aus schreiben? will ich wissen. Da fing der Mann an zu lachen gerade so als müsse meine Unwissenheit, für die ich aber nichts konnte belacht werden, wobei aber im selben Moment sein Gesicht eine ernste Miene annahm und er meine Frage in sich hinein murmelte. Es gäbe nur einen einzigen Grund warum er das tue und dass, sei die Einsamkeit. Die Einsamkeit, sagte er sei sein längster Freund und Feind. Der Freund, den er suche. Der Feind, vor dem er fliehe, indem er Menschen sucht. Ja, sagte er es sei die Einsamkeit.

 
8.12.07 14:42





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