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S-Bahngeschichte 1 - Lara und die Großen Worte

Es gibt fast nichts unterhaltsameres als eine Fahrt in der S-Bahn. Man trifft jeden Tag aufs Neue andere Menschen. Selten kommt es vor, dass man sich zweimal begegnet. Bunter zusammengemischt kann die Menschheit auf einen Schlag gar nicht sein, höchstens bei internationalen Treffen. In der S-Bahn treffen sich die unterschiedlichsten Nationalitäten, Sozialschichten, Menschen jeden Alters, Kleine und Große, Dicke und Dünne, Hässliche und Schöne, Freundliche und Unfreundliche. Und weil so viel pures Leben aufeinander prallt gibt es immer etwas zu beobachten... zu erleben.
Neulich ist mir wieder etwas Interessantes passiert. Bei einer Haltestelle steigt eine Mutter mit zwei Kindern ein, das eine offensittlich ihre eigene Tochter Johanna, das andere Mädchen ist die Freundin von Johanna, die ich Lara nenne, weil mir ihr echter Name entfallen ist. Kaum haben sie ihre Plätze eingenommen fängt Lara an zu erzählen: „Es gab doch früher eine Mauer zwischen Ost- und West-Berlin und darüber kenne ich eine Geschichte von einem Jungen, der einen Spielzeugpanzer mit in die DDR-Schule nahm... .“ Als Lara ihre Geschichte mit dem Jungen beendet hat, erzählt sie von Potsdam, das sie besucht hat. Es fallen Begriffe wie Architektensiedlung, Rhinozeros, Sebelzahntiger , Mammut und Neandertaler, denn in Potsdam gibt es sowohl eine Architektensiedlung, als auch beim Potsdamer Bahnhof  aufgestellte Plastikdinosaurier, die Johanna bestimmt gefallen hätten.
Was denkt sich wohl der stille Beobachter und Zuhörer, also ich? Nun ich fing erstmal an zu überlegen wie alt mag Lara schon sein? Ich schätze sie einmal auf sechs/sieben Jahre also erste Klasse Grundschule. – Habe ich da schon mal etwas über eine Berliner Mauer gehört? Das sind  doch erst Themen in den höheren Schule.  –
Ich denke mir Lara ist, was ihr Gehirn angeht weit entwickelt, ein hochbegabtes Kind.
Als die Bahn nun an meiner Endstation anhielt, verlasse nicht nur ich den Zug, sondern auch die Frau und die zwei Mädchen. Beim Aussteigen raunt mir die Mutter ins Ohr. „ Das war jetzt eine kleine Geschichtsstunde.“
„Das stimmt. In welcher Klasse ist sie den?“ frage ich und schaue auf Lara.
„Noch gar nicht, das ist es eben“
„Aber woher weiß sie dann die ganzen Sachen. Ich wusste von der Berliner Mauer in diesem Alter noch nichts.“
„ Ihr Vater ist ein ‚Geschichtsprof’ .“
„ Ah, nun ich habe mich schon gewundert“
 
Das ihr Vater ein Geschichtsprofessor ist erklärt so einiges, aber das erklärt nicht warum Lara all diese Großen Worte wie Mammut, Architektensiedlung, und Berlinermauer auch richtig in ihrem Kopf behält. Vielleicht ist sie doch eine begabtes Kind... .
Wieder einmal ist mir eine interessanter Mensch begegnet und wieder einmal werde ich sie nicht wieder sehen oder vielleicht doch... .
Bis auf nächstes Mal in der S-Bahn
29.8.08 13:17
 


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