Startseite
    Kunterbunte Kultur
    Kunterbuntes Kabinett
    Prosa
  Über...
  Archiv
  Allgemeines Allerlei
  Spontisprüche
  Gästebuch
  Kontakt
 



  Links
   Hubi´s Seite
   vormittags - Musikband
   Klo oder Kathas Seite
   Ulis Seite
   MatTV



Webnews



http://myblog.de/hochtel

Gratis bloggen bei
myblog.de





Freund und Feind oder der Mann auf der Bank

 

Ich stehe hier auf einem öffentlichen Platz. Über den Platz laufen Leute. Manche geschäftig mit Aktentasche, andere wiederum tragen große Einkaufstüten und schlendern ganz gemächlich an mir vorbei. Einige sitzen auch auf Bänken, die verstreut auf dem Platz herumstehen und genießen die erste Frühjahrssonne, die hoch am Himmel steht und alles aus seinen dunklen Löchern hervorlockt. Zwischen dem mehr oder weniger wichtigen Geschäftigkeiten, fällt mein Blick auf eine Bank, die mitten auf dem Platz steht. Dort sitzt ein Mann, er muss etwa um die Fünfzig sein, der die Menschen, die an seiner Bank vorüber gehen ganz genau beobachtet. Bei längeren betrachten bemerke ich, dass  dieser Mann ein Buch in den Händen hält in das er sich ab und zu Notizen macht. Es scheint mir so, als würde er etwas zu seinen Beobachtungen aufschreiben. Schreibt er vielleicht auch etwas über mich auf? Nach kurzem Zögern entschließe ich mich der Sache auf den Grund zu gehen und ich laufe zur Mitte des Platzes, um mich dort neben den besagten Mann zusetzen.

Erst mal sage ich nichts, sondern schiele verstohlen zu ihm herüber und ich versuche zuerkennen, was er in sein Buch schreibt. Da ich es nicht richtig erkennen kann, beschließe ich, ihn anzusprechen. Ich spreche ihn also mit einem Entschuldigung an und frage ihn, ob er mir nicht sagen könne, was er da in sein Buch schreibe. Als hätte ich ihn aus einem Gedanken gerissen, dreht er sich zu mir um und antwortet, dass er sich überlege was die Leute gemacht haben, bevor sie hier an ihm mit ihrer individuellen Art  vorbei laufen. Diese Überlegungen sagt er, schreibe er dann in sein Buch und aus diesen Aufzeichnungen entstehen dann Kurzgeschichten über die einzelnen Personen.

Und was habe er getan, bevor er auf den Platz kam, fragte ich mit einer Neugier, die kaum zu bremsen war. Bevor er hier auf den Platz kam, sei er durch ganz Europa gereist und er habe sich auf öffentliche Plätze gestellt, Menschen beobachtet und über diese habe er sich wiederum  Geschichten ausgedacht. Er sei in Barcelona, in Paris, in Oslo und in London, aber auch in Athen gewesen, bis er letztendlich wieder in seine Heimatstadt zurückgekehrt sei. Dies alles erzählt er mir, während wir dort auf der Bank sitzen und dann zeigt er auf zwei Punker, die in ihrer auffälligen Kluft an uns vorbei schlendern und meint, dass diese zwei Punker erst vor kurzem aufgestanden sein könnten ( man bedenke es sei schon Mittag) denn, den vorherigen Tag könnten sie mit einem Drogen- oder Alkoholexzess beendet haben oder sie haben nur gemütlich ein Bierchen am Bahnhof geschlürft. So oder so ähnlich käme er auf seine Geschichten inspiriert von Leuten die ihm begegnen, mit denen er aber nicht spreche.

Aber warum müsse er dafür auf öffentliche Plätze? Könne er seine Geschichten nicht einfach von zu Hause aus schreiben? will ich wissen. Da fing der Mann an zu lachen gerade so als müsse meine Unwissenheit, für die ich aber nichts konnte belacht werden, wobei aber im selben Moment sein Gesicht eine ernste Miene annahm und er meine Frage in sich hinein murmelte. Es gäbe nur einen einzigen Grund warum er das tue und dass, sei die Einsamkeit. Die Einsamkeit, sagte er sei sein längster Freund und Feind. Der Freund, den er suche. Der Feind, vor dem er fliehe, indem er Menschen sucht. Ja, sagte er es sei die Einsamkeit.

 
8.12.07 14:42


Werbung


Eigentlich hast Du Recht !

Und Du fragst mich, was ich mache?

Ich warte. Warte.

- Auf was?

Auf das Leben.

- Aber Du lebst doch schon. Jeden Tag. Jeden Tag Menschen. Jeden Tag Gefühle, wie Wut, Trauer, Freude. Jeden Tag der Wille etwas zu erreichen, zu ändern. Jeden Tag zeigt sich das Leben in seinen unterschiedlichsten Facetten. Du musst dem Leben entgegengehen und es bei der Hand fassen.

Eigentlich hast Du Recht. Ich werde Ihm entgegengehen und es bei der Hand nehmen.

15.12.07 19:44





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung